Zuhause in Lawrence

Dass mich die Reiselust packte, war nichts Neues. Aber dieses Mal sollte es höher, weiter und schneller sein. Meine Entscheidung ein Jahr in die USA zu gehen und das mit gerade einmal 15 Jahren, war tatsächlich eine Hau-Ruck-Aktion. Während meine besten Freunde bereits seit sechs Monaten ihren Auslandsaufenthalt planten, war ich mir ganz sicher, dass ich zuhause bleiben würde. Ich sah auch gar keinen Grund ein Jahr von zuhause weg zu gehen.

Und dann ein schicksalhafter Elternabend, an dem eine Wiederkehrerin von ihren Erlebnissen berichtete. Sie war nicht sonderlich begeistert oder beeindruckt von ihrem Auslandsjahr, aber sie hörte einfach nicht auf zu erzählen. Sie konnte nicht. Sie hatte so viele Geschichten. Auf dem Nachhauseweg unterbreitete ich dann meiner Familie, dass ich in vier Wochen auch für ein Jahr weggehen wollte. Na ja, die Mienen könnt ihr euch vorstellen.

Haus in Lawrence

Aber es hat tatsächlich alles hingehauen. Am Tag drauf rief bei einer Organisation an, meldete mich zum Vorbereitungscamp in Berlin an und überredete meine Eltern einzuwilligen. Und so kam es dann, dass ich für ein Jahr nach Kansas ging. Anfangs hatte ich noch nicht einmal eine Gastfamilie und lebte bei meiner Betreuungsperson. Diese wohnte mit ihrer kleinen Tochter in einer Wohnwagensiedlung. Als hätte das nicht gereicht, hatte sie auch gleich noch eine ukrainische Austauschschülerin mit aufgenommen. Es folgten vier wilde Wochen. Der Schulanfang war natürlich schon längst gelaufen, Natalya, die Kiever Schülerin sprach noch kein Englisch und meine Betreuungslady hatte überhaupt keine Zeit für uns.Die Cherry Hills

Als endlich der erlösende Anruf kam, dass sich eine Gastfamilie für mich gefunden hätte, war ich unfassbar erleichtert. Und so kam ich zu einer unglaublichen fünfköpfigen Familie in einem der besten Viertel der Stadt.

Die Familie war wirklich der Wahnsinn. Sie waren witzig, aufgeschlossen und warmherzig. Es war ein geniales Jahr. Nachhaltig beeinflusst hat mich die Dekoliebe meiner Gastmutter. Sie riet mir auch “Interior Design”-Kurse in der Schule zu belegen und so streiften wir ständig gemeinsam durch die regionalen Dekoläden.

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Mein Gastvater durfte nur im Garten mitentscheiden. Ehen in der westlichen Hemisphäre sind demnach immer gleich ;)

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Das war mein Zimmer. Ich hatte – wir bei den Ammis üblich – einen kleinen begehbaren Kleiderschrank und ein eigenes Bad. Das war spitze.

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Ein wundervolles Jahr. Mittlerweile habe ich meine Gastfamilie noch drei mal besucht und die ganze Sippe hat uns auch schon in Deutschland besucht!

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